ARTIKEL der Passauer Neuen Presse

Serie von Unannehmlichkeiten
"Vereine in Corona-Zeiten": Freiwillige Feuerwehr Altersham
 

20.01.2021 | Stand 19.01.2021, 18:44 Uhr
Kurt Singer






Die letzte vor Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 durchgeführte Maßnahme der FFW Altersham war ein Kettensägenlehrgang. Zum Abschluss zeigt sich die erfolgreiche Mannschaft. −Foto: Singer

Pfarrkirchen. Als Leser der PNP kann man sich unter der Adresse "Altersham 29a, Pfarrkirchen" wenig vorstellen. Wenn man aber erfährt, dass sich dort das Domizil der Freiwilligen Feuerwehr Altersham befindet, denken viele nicht unbedingt an eine der einsatzstärksten Wehren im Landkreis, sondern an das Dorffest, das Jahr für Jahr zahlreiche Besucher anzieht.

Das Feuerwehrhaus in Altersham ist nicht nur mit einer Halle, zwei Fahrzeugen, mit einem Schulungsraum und einem Aufenthaltsraum ausgestattet, es ist zugleich das Vereinsheim der FFW. In diesem Gebäude erfolgte der erfolgreiche Start in das Jahr 2020 mit einem zweitägigen Erste-Hilfe-Kurs, einem Kettensägenlehrgang und einem Funklehrgang, der mit einer Prüfung verbunden war. Einen Tag vor ihrer Durchführung musste die Generalversammlung, bei der auch Ehrungen auf der Tagesordnung standen, im März wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Damit begannen jedoch erst die Unannehmlichkeiten. So gab es kein traditionelles gemeinsames Reindlessen in einem urige Wirtshaus. Der Volksfestauszug mit Bierzeltabend musste ebenso vergessen werden wie der im Juni geplante Familientag mit den Vereinen, der in der Rennbahn stattfinden sollte. "Am schmerzlichsten hat unsere Feuerwehr jedoch der Ausfall unseres Dorffestes getroffen, ist es doch nicht nur ein Highlight für die Wehr, sondern auch für die Bevölkerung", sagt Vorsitzender Bernhard Lechner.

Gerade diese Veranstaltung gilt zudem als eine der Einnahmequellen der Wehr, die im Vorjahr natürlich versiegt ist. Das beliebte Haislfest für die Mitglieder der Wehr und deren Familien fiel Corona ebenso zum Opfer wie die im Dezember vorgesehene Weihnachtsfeier. Sonstige Vereinsaktivitäten: Fehlanzeige, so Lechner, der noch darauf hinweist, dass die getroffenen Entscheidungen und Maßnahmen von den Mitgliedern akzeptiert worden seien.

"Die FFW ist nicht nur ein Verein, sondern ist in erster Linie eine Einrichtung zum Schutz der Bevölkerung", betonte Kommandant Hans Wimmer. Alle anfallenden Einsätze und die notwendigen Übungen wurden nur unter Einhaltung der Hygienevorgaben, wie Abstand, Mund-Nasenschutz sowie die Desinfektion von Geräten und Händen, geleistet bzw. abgehalten. Insgesamt habe man sich auf das feuerwehrtechnisch Notwendigste konzentriert, um so die stete Einsatzbereitschaft der Wehr zu garantieren.

Diese war auch Gegenstand von zwei Vorstandssitzungen – hier wurden ebenfalls die für Corona getroffenen Maßnahmen beachtet. Auf der Agenda standen dringende Themen wie die Aufstellung der Übungspläne, die Verhaltensregeln im und außerhalb des Feuerwehrhauses, sowie bei Einsätzen und Übungen. Natürlich wurde dabei auch die Absage der verschiedenen Veranstaltungen besprochen.

"Für 2021 hoffen wir, dass wir den normalen Feuerwehrbetrieb ohne Einschränkungen durchführen und die jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen wie gewohnt abhalten können", ist der gemeinsame Wunsch von Lechner und Wimmer. Auch wolle man wieder zu den Veranstaltungen der Nachbarvereine gehen. "Normalität im privaten und im Vereinsbereich" – so lautet der große Wunsch bei der FFW Altersham und ihren Verantwortlichen.