ARTIKEL der Passauer Neuen Presse vom 28.03.2008

 

Kampf gegen meterhohe Flammen

Großbrand auf Bauernhof verursachte hohen Schaden - Feuerwehren gelingt Schutz der anderen Gebäude

Einsatzfoto
Mit vollem Einsatz kämpften die Feuerwehrleute gegen die Flammen auf dem Bauernhof. (Foto: Wanninger/Kirk)

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Nicht mehr zu retten war die Scheune, allerdings gelang es, ein Übergreifen des Feuers auf die unmittelbar neben der brennenden Maschinen- und Lagerhalle stehenden Ställe und das Wohnhaus zu verhindern.

Von Christian Wanninger
Pfarrkirchen.
Eine dicke Rauchsäule stieg auf und meterhohe Flammen, die auch noch in einer Entfernung von einigen Kilometern und von den Höhen der Stadt zu sehen waren, schlugen am späten Mittwochnachmittag aus einem landwirtschaftlichen Anwesen bei Untergrasensee. Der Großbrand vernichtete eine Scheune und richtete nach ersten Schätzungen zwischen 150 000 und 200 000 Euro Schaden an. Doch es hätte durchaus noch schlimmer kommen können.
Alarmstufe 3 (Großbrand) löst die Polizei kurz nach 17.30 Uhr aus. Aus zunächst noch ungeklärter Ursache hat eine aus Holz und Stein errichtete Scheune auf einem Bauernhof in Viehholzen Feuer gefangen. Gelagert sind darin verschiedene Maschinen, ein Ladewagen sowie Holz und Heu. In Sekunden brennt alles wie Zunder. Wenige Minuten zuvor hatte der Bauer (37) noch seine Tiere in dem benachbarten Stall gefüttert, ohne etwas zu bemerken.
Die alarmierten Feuerwehrkräfte sind bei diesem Einsatz stark gefordert. Denn unmittelbar an die brennende Scheune schließen sich zwei Ställe an, in denen 70 Rinder untergestellt sind, und nur wenige Meter entfernt steht das Wohnhaus. Über drei Kilometer Leitungen müssen gelegt werden, um ausreichend Wasser zum Ort des Geschehens zu bringen. Das Hauptaugenmerk gilt der Sicherung der anderen Gebäude, denn die brennende Maschinen- und Lagerhalle ist ohnehin nicht mehr zu retten. Den Löschmännern gelingt es dann auch, das Haus und die zwei Ställe zu schützen und ein Übergreifen der Flammen zu verhindern - obwohl bei ihrem Eintreffen bereits die Fassade eines Stallgebäudes zu brennen begonnen hatte. Die 70 Rinder müssen erst gar nicht in Sicherheit gebracht werden. Sie überstehen das Ganze unbeschadet an ihrem gewohnten Platz im Stall.
Insgesamt sind an dem Einsatz 141 Feuerwehrmänner aus Untergrasensee, Altersham, Pfarrkirchen, Postmünster, Reichenberg, Schalldorf, Triftern und Anzenkirchen beteiligt. An die Unglücksstelle ist auch Bürgermeister Georg Riedl geeilt, um sich ein Bild zu machen. Vor Ort sind ebenso mehrere Einsatzkräfte des Roten Kreuzes mit drei Rettungswagen aus Pfarrkirchen, Arnstorf und von der Unterstützungsgruppe Triftern. Sie müssen allerdings nicht eingreifen, da glücklicherweise keine Menschen zu Schaden kommen. Nur um den Buben des Landwirts kümmern sich zwei Mitglieder vom Unfallnachsorgeteam für ein paar Momente, nachdem dem Achtjährigen verständlicherweise ein gehöriger Schreck in die Glieder gefahren ist. Er war es nämlich, der als erster den Brand entdeckt hatte. Wenig später aber verfolgt er bereits wieder mit der Familie die Löscharbeiten, die bis 21.30 Uhr dauern.
Die Ermittlungen in dem Brandfall hat die Kriminalpolizei Passau übernommen. Deren Spezialisten kamen noch am Mittwochabend nach Viehholzen, um die Ursache zu klären. Gestern Nachmittag teilte die Kripo mit, dass ein Kurzschluss in einer Zuleitung des Gebäudes das Flammenmeer ausgelöst hatte.